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Geothermie: Zukunft des Wohnens in Mistelbach

Das "Haus der Zukunft" in Mistelbach setzt neue Maßstäbe in der Nutzung erneuerbarer Energien. Mithilfe der Geothermie wird hier ein Wohnkonzept realisiert, das sowohl ökologisch als auch ökonomisch zukunftsweisend ist. Hier finden Sie heraus, wie die konstante Erdwärme zum Heizen und Kühlen genutzt wird, was die Vorteile davon sind und warum und weshalb die Erwärme so nachhaltig ist.

15. März 2024
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Ein Schalter für die Heizung, wo mit der Hand auf Erdwärme gedreht wird, statt Gas oder Öl.

Geothermie: Die Energiequelle für das Haus der Zukunft in Mistelbach

Das "Haus der Zukunft" in Mistelbach ist ein Projekt, das die Wärme der Erde nutzt, um eine nachhaltige Wohnlösung zu bieten. Erfahren Sie hier, wie Geothermie funktioniert, was ihre Vorteile sind und warum sie eine ideale Energiequelle für Immobilienprojekte wie unseres in Mistelbach ist. Mehr über unser Projekt.

Was ist Geothermie?

Geothermie bezieht sich auf die Nutzung der Wärme, die aus dem Inneren der Erde stammt. Diese Energiequelle ist sauber, erneuerbar und steht praktisch unbegrenzt zur Verfügung. Durch die Nutzung geothermischer Technologien können wir diese konstante Wärmequelle anzapfen, um Gebäude zu heizen und zu kühlen - eine Technik, die im "Haus der Zukunft" in Mistelbach zentral ist.

Wie funktioniert Geothermie?

Geothermische Systeme nutzen die konstante Temperatur der Erde wenige Meter unter der Oberfläche, um Gebäude im Winter zu heizen und im Sommer zu kühlen. Ein geothermisches Heiz- und Kühlsystem besteht aus einem Wärmetauscher und einem System von Rohren, das sogenannte Erdwärmesonden, die in den Boden eingelassen sind. Im Winter zirkuliert eine Flüssigkeit durch dieses Rohrsystem, absorbiert die Erdwärme und transportiert sie ins Gebäude. Im Sommer funktioniert das System umgekehrt und leitet überschüssige Wärme aus dem Gebäude in den Boden ab.

Vorteile von Geothermie für Immobilien

Um die Vorteile von Geothermie im Vergleich zu anderen Energiequellen wie Öl und Gas detaillierter zu erklären, betrachten wir jeden der genannten Punkte und ergänzen sie durch Vergleiche und Beispiele:

Eine Visualisierung von einem modernem Gebäude mit vielen Grünflächen und Holzfassade. Sie trägt die Überschrift "Erdwärme: Zukunft heizen!"

1. Energieeffizienz

Geothermische Heiz- und Kühlsysteme nutzen die konstante Temperatur des Erdreichs ein paar Meter unter der Oberfläche, um Gebäude zu heizen und zu kühlen. Die Effizienz von geothermischen Systemen wird durch die Coefficient of Performance (COP) für Heizung und die Energy Efficiency Ratio (EER) für Kühlung gemessen. Geothermische Systeme können einen COP von 3 bis 4 oder höher erreichen, was bedeutet, dass für jede Einheit an elektrischer Energie, die zur Betreibung des Systems verwendet wird, 3 bis 4 Einheiten Heiz- oder Kühlenergie erzeugt werden. Im Vergleich dazu haben herkömmliche Gas- oder Ölheizsysteme oft einen COP von weniger als 1, d.h., sie erzeugen weniger als eine Einheit Wärmeenergie für jede Einheit an verbrauchter Energie.

2. Umweltfreundlichkeit

Geothermische Systeme produzieren im Betrieb keine direkten Treibhausgasemissionen, da sie primär auf der Wärmeenergie aus dem Erdreich basieren und nur minimale Mengen an elektrischer Energie für die Pumpe und den Verdichter benötigen. Im Vergleich dazu emittiert die Verbrennung von Erdgas etwa 200g CO2 pro kWh und die Verbrennung von Heizöl etwa 267g CO2 pro kWh. Die Nutzung von Geothermie kann also die CO2-Emissionen eines Haushalts signifikant reduzieren, abhängig vom Umfang der substituierten konventionellen Energiequellen.

3. Langlebigkeit und Wartung

Geothermische Systeme haben mit einer Lebensdauer von bis zu 50 Jahren für die Innenelemente und mehr als 100 Jahren für das unterirdische Rohrsystem eine deutlich längere Lebensdauer als konventionelle Heiz- und Kühlsysteme. Konventionelle Systeme wie Gas- oder Ölheizungen haben eine durchschnittliche Lebensdauer von etwa 15 bis 30 Jahren. Zudem erfordern geothermische Systeme aufgrund ihrer wenigen beweglichen Teile und ihrer unterirdischen Installation weniger Wartung, was langfristig zu weiteren Einsparungen führt.

4. Steigerung des Immobilienwerts

Die Installation eines geothermischen Systems kann den Wert einer Immobilie erhöhen, da es die Betriebskosten senkt und eine umweltfreundliche Heiz- und Kühllösung bietet. Diese Aspekte sind für Käufer und Mieter zunehmend attraktiver, die Wert auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz legen.

Der Geothermie-Bohrprozess beim Bau des Hauses der Zukunft

Die Integration von Geothermie in ein Immobilienprojekt wie das "Haus der Zukunft" in Mistelbach beginnt lange vor dem eigentlichen Bau des Gebäudes. Hierbei ist vor allem ein  sorgfältig geplanter und durchgeführter Bohrprozess entscheidend. Der Prozess im Überblick:

Bohrprozess

Zur Installation von Erdwärmesonden werden spezialisierte Bohrgeräte eingesetzt, um Löcher für die Sonden zu bohren. Die Tiefe dieser Bohrungen variiert je nach den Bedürfnissen des Gebäudes und den geologischen Bedingungen und kann von einigen Dutzend bis zu mehreren Hundert Metern reichen. Nach dem Bohren werden geschlossene Schleifen von Rohren, die sogenannten Erdwärmesonden, in die Bohrlöcher eingeführt. Diese Rohrschleifen sind mit einer Flüssigkeit gefüllt, die Wärme effizient übertragen kann. Abschließend werden die Bohrlöcher sorgfältig versiegelt und zurückgefüllt, um eine optimale Wärmeübertragung zu gewährleisten und den Schutz des Grundwassers zu sichern. Eine Rückfüllung kann zum Beispiel mit Materialien wie Bentonit, Thermische Füllstoffe, Zement und Spezialmörtel erfolgen.

Anschluss an das geothermische Heiz- und Kühlsystem

Die Erdwärmesonden, welche eine Schlüsselkomponente des geothermischen Systems darstellen, werden mit einer Wärmepumpe im Gebäude verbunden. Diese Wärmepumpe spielt eine entscheidende Rolle, indem sie den Wärmeaustausch zwischen dem Gebäude und dem Erdreich reguliert. Dadurch kann Wärme aus dem Erdreich entnommen und zur Heizung des Gebäudes genutzt oder, umgekehrt, überschüssige Wärme aus dem Gebäude ins Erdreich abgeleitet werden, was eine effektive Kühlung ermöglicht. Nach der Installation der Erdwärmesonden und der Verbindung mit der Wärmepumpe wird das geothermische System sorgfältig in das Gesamtenergiesystem des Gebäudes integriert. Diese Integration stellt sicher, dass das geothermische System effizient mit anderen Energiequellen und -systemen innerhalb des Gebäudes zusammenarbeitet, um eine optimale Heiz- und Kühleffizienz zu gewährleisten. Somit bildet das geothermische System einen integralen Bestandteil des Energiekonzepts des Gebäudes, welches auf Nachhaltigkeit und Effizienz ausgerichtet ist.

Abschluss und Inbetriebnahme

Nach der Installation des geothermischen Systems werden umfassende Tests durchgeführt, um sicherzustellen, dass alles korrekt funktioniert und das System die erwartete Leistung erbringt. Diese Tests sind entscheidend, da sie mögliche Probleme oder Abweichungen von den erwarteten Ergebnissen aufdecken können. Basierend auf den Ergebnissen dieser Tests wird das System dann feinabgestimmt. Diese Feinabstimmung ist notwendig, um maximale Effizienz und optimalen Komfort für die Bewohner des Gebäudes zu gewährleisten. Dabei werden Einstellungen wie die Wärmepumpenleistung, die Flussraten der Flüssigkeit in den Erdwärmesonden und andere Parameter sorgfältig angepasst, um eine ideale Balance zwischen Energieeffizienz und Wohnkomfort zu erreichen.

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