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Ökologisch Reinigen

Sauber Wohnen, Umwelt schützen

Seien wir ehrlich: Wischen, Staubsaugen und Putzen ist meist eine lästige Pflicht. Weil aber ein gut gereinigter und geordneter Haushalt das Leben einfach leichter macht, kann man doch gleich den nächsten Schritt setzen und bei der Wahl der Reinigungsmittel und -methoden auch aktiv Umweltschutz betreiben.

06. Juli 2022
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Umweltschonende Reinigungsmittel

Ökologisch reinigen

Sauber Wohnen, Umwelt schützen

Seien wir ehrlich: Wischen, Staubsaugen und Putzen ist meist eine lästige Pflicht. Weil aber ein gut gereinigter und geordneter Haushalt das Leben einfach leichter macht, kann man doch gleich den nächsten Schritt setzen und bei der Wahl der Reinigungsmittel und -methoden auch aktiv Umweltschutz betreiben.

Eins ist klar: Ohne Chemie geht’s im Haushalt nicht, aber den Unterschied macht, was in den Sprays, Cremes und Pulvern drin ist. Wer einen Blick in die Regale von Drogerie- und Supermärkten wirft, findet in letzter Zeit immer mehr Reinigungsprodukte, die aus überwiegend pflanzlichen Inhaltsstoffen hergestellt wurden. Diese Idee ist nicht neu, denn gerade in Österreich sind nachhaltige, umweltfreundliche Putz- und Waschmittel schon seit Mitte der Achtziger Jahre fix im Sortiment des Handels zu finden. Überraschend ist hingegen, dass es einige Jahrzehnte gedauert hat, bis auch große Markenanbieter ihre Produktpalette schrittweise mit teilweise sogar veganer Reinigungschemie erweitern.

Es ist aber nicht nur der Inhalt, der nachhaltigeres Putzen und Reinigen möglich macht, die Umstellung beginnt schon bei den Gebinden. Daher:  

1. Plastikflaschen leben länger

Plastikflaschen überall – man sollte ihnen die Treue halten, aber mit Haus(halts)verstand. In Gebinden umweltfreundlicher Reinigungsmittel kann man in vielen Fällen dasselbe Produkt aus einem abfallreduzierenden Nachfüllbeutel verwenden. Auch Ersatzprodukte, die beispielsweise farbstoff- und parfümfrei sind und als wasserlösliches Pulver in Flaschen ähnlichen Inhalts eingefüllt werden können, machen Sinn. Frische und Sauberkeit haben nämlich nichts mit Blümchenduft zu tun, auch wenn es anfangs ungewohnt sein mag. Auch Glasflaschen mit Sprühkopf und Silikonhülle gibt es mittlerweile als Ersatz für die Kunststoffbehälter. Sie sind allerdings etwas schwerer in der Anwendung und man muss sie extra beschaffen. Die alten Plastikflaschen hat man meisten schon im Haus. Das reduziert den CO2-Fußabdruck jedes Haushalts und wird auf Dauer auch weniger kosten.

2. Wischen mit Wiedersehen

Küchenrollen aus Papier oder Einwegputztücher sind richtige Müllverursacher. Denn die starken Verunreinigungen nach Gebrauch machen diese mittlerweile sehr beliebten Wisch-und-Weg-Helferlein zu normalem Restmüll. Stattdessen sind Baumwoll- und Mikrofasertücher zu empfehlen. Diese sehr effizienten Putztücher gehören einfach zur Alltagswäsche in die Waschmaschine – und nicht wie ihre papierenen Gegenstück in den Mülleimer. Mikrofasertücher eignen sich besonders gut zum Polieren von Oberflächen und zum Auffangen von Schmutz und Staub. Außerdem trocknen sie auch schnell. Wenn Glasoberflächen wieder schön glänzen sollen, reibt man sie mit zusammengeknülltem Zeitungspapier (bitte keine bunten Hochglanzmagazine verwenden) trocken. Das Ergebnis? Besser als es jede Küchenrolle schaffen würde.

3. Die sauberste Lösung? Selbstgemacht

Der Verzicht auf scharfe Reinigungsmittel lohnt sich, denn antibakterielle Haushaltsreiniger bringen keinen nachhaltigen Nutzen. Schon nach wenigen Minuten setzen sich die lebenswichtigen Bakterien wieder auf den Oberflächen ab und die Reinigerreste gelangen ins Abwasser, wo sie durchaus noch schädlich wirken. Noch besser sind Lösungen, die man zu Hause selbst herstellen kann. Für viele Reinigungsarbeiten nimmt man Zutaten, die sich bereits in Kühlschrank oder Vorratsschrank befinden, wie etwa Backpulver, farbloser Essig, Salz und Zitronen. Verkalkte Armaturen oder Duschköpfe bringt man mit einer Lösung aus einem Teil hellem Essig (z.B. Hesperiden) und einem Teil Wasser aus einer Sprühflasche wieder perfekt zum Glänzen. Ein paar Minuten einwirken lassen, feucht nachwischen, fertig. Mit Backpulver oder echtem Natron aus dem Drogeriemarkt werden Backöfen und Ceranplatten wieder sauber – die Liste einfach selbst gemachter Reiniger ist lang.

4. Gut gewaschen mit weniger Chemie und Energie

Gängige Waschmittel für Maschine oder Handwäsche sind dank strenger Umweltauflagen schon seit Jahrzehnten phosphatfrei und gut verträglich. Natürlich kann man auch hier mit selbstgemachten Mitteln anrücken oder beispielsweise exotische Lösungen wie die berühmten Waschnüsse verwenden, deren Schalen für mehrfachen Gebrauch in der Maschine geeignet sein sollen. Viel nachhaltiger ist es aber, die Dosieranleitung der Waschmaschine genau zu kennen und auch die Mengenangaben auf den Verpackungen zu lesen. Pulverwaschmittel sind heutzutage genauso gut löslich wie flüssige, hinterlassen nur eine Papierverpackung und lassen sich meist genauer dosieren. Außerdem kann man mit allen Vollwaschmitteln bereits bei 30 Grad Buntwäsche strahlend sauber bekommen, da die moderne Chemie auf geringeren Energieeinsatz in der Waschmaschine ausgerichtet ist. Bei Weißwäsche sind je nach Maschine 60 Grad die Untergrenze, aber mit etwas Natron zum Waschmittel dazu dosiert erzielt man auch schon bei 50 Grad ein sauberes, weißes Ergebnis.

5. Alte Zahnbürsten wiederverwenden

Anstatt alte Zahnbürsten wegzuwerfen, verwendet man sie zur Reinigung von Oberflächen im Haus. Diese schmalen Bürsten eignen sich hervorragend zum Reinigen schwer zugänglicher Stellen, z. B. Fugen zwischen Fliesen und an den Rändern von Wannen und Wasserhähnen. Man kann Zahnbürsten auch zum Schrubben von Schuhsohlen und Sneakers verwenden, sie entfernen hartnäckigen Staub an Lüftungsöffnungen von Elektrogeräten aller Art und helfen im Kampf mit kleinen Flecken auf Teppichen und Polstermöbeln. Wichtig: die umfunktionierten Zahnbürsten gut beschriften, oder zumindest an einem anderen Ort als die normalen Zahnbürsten aufbewahren.

6. Schwamm drüber, aber natürlich

Haushaltsschwämmchen aus synthetischen Materialien landen nach oftmaligem Gebrauch im Restmüll. Eine nachhaltigere Lösung wäre der Umstieg auf Scheuerschwämme aus natürlichen, biologisch abbaubaren Materialien wie Zellulose- oder Baumwollfasern. Diese funktionieren genauso gut wie herkömmliche Synthetikprodukte, können aber am Ende ihrer Lebensdauer beispielsweise nach einer Reinigung im Geschirrspüler dem Kompost zugeführt werden. Besonders beliebt und fast überall im Onlinehandel erhältlich: Die Luffa-Gurke, ein Pflanzenskelett, von dem man einfach den nächsten Putzschwamm abschneiden kann.

Umweltschonende Reinigungsmittel

Die Vorteile „grüneren“ Reinigens im Überblick:

Was macht Reinigungsmittel umweltfreundlich? Wir haben es nochmals übersichtlich zusammengefasst:

  • Sie enthalten keine giftigen Chemikalien
  • Sie enthalten ausschließlich biologisch abbaubare Inhaltsstoffe
  • Sie werden zu mehr als 90% aus Pflanzen hergestellt
  • Sie enthalten kein Mikroplastik
  • Ihre Verpackung lässt sich wiederverwenden
  • Sie sind vegan und tierversuchsfrei (letzteres steht meist nicht auf der Packung, aber die Hersteller geben bei Nachfrage dazu gern Auskunft)

Besser ist: Statt Produkte nachzukaufen, lieber günstig zu Hause herstellen. Alles, was dafür hauptsächlich benötigt wird, ist heller Essig, Zitronensaft und Natron:

In der Küche:

  • Oberflächenreiniger: Natron auf einem feuchten Tuch verwenden, um Arbeitsflächen, Waschbecken, Fenster und die Oberflächen im Kühlschrank zu reinigen.
  • SpülmittelSchmierseife aus dem Drogeriemarkt mit einem Spritzer Essig verwenden, um Gläsern zusätzlichen Glanz zu verleihen.
  • OfenreinigerDen Backofen mit einem in Seifenwasser getränkten Tuch abwischen, solange er noch handwarm ist.

Zum Wäsche waschen:

  • BleichmittelEine Tasse Zitronensaft oder ein halbe Tasse Waschnatron aus dem Drogeriemarkt pro Waschladung genügt, um Weißes aufzuhellen.
  • Fleckentferner: Eukalyptusöl hilft Flecken vor dem Waschen zu entfernen. Ein paar Tropfen auf den Fleck träufeln und verdunste lassen..
  • Waschmittel: Seifenflocken aus dem Drogeriemarkt mit einer Drittel Tasse Waschsoda vermengen. In heißem Wasser auflösen und mit Wasser auffüllen. Die Mischung wird zu einem weichen Gel, das für 2-3 Waschgänge ausreicht..

Im Wohnzimmer:

  • TeppichreinigerVor dem Staubsaugen Natriumbikarbonat auf den Teppich streuen, um den Teppich zu von Gerüchen zu befreien. Zum Entfernen von Flecken einfach staubsaugen oder bürsten, wenn der Fleck getrocknet ist.
  • Fensterreiniger: Bei starker Verschmutzung die Fenster mit warmem Seifenwasser waschen. Eine halbe Tasse Essig auf einen Liter warmes Wasser verwenden. Zerknülltes, mit Essig angefeuchtetes Zeitungspapier zum Trockenreiben verwenden und über besten Glanz staunen.

Im Badezimmer:

  • Toilettenreiniger: Eine Paste aus Borax und Zitronensaft macht Toiletten hygienisch sauber.
  • Keramik ReinigerFliesen, Waschbecken, Toiletten und Badewannen werden ´ mit Natron und einem feuchten Tuch blitzsauber.
  • Spiegelreiniger: Eukalyptusöl mit einem Stück Zeitungspapier auftragen, um das Beschlagen der Spiegel zu verhindern.

Das natürliche Reinigungsset

Diese preisgünstigen Zutaten erhält man in fast jedem Supermarkt oder Drogeriemarkt:

  • Natriumbikarbonat (auch Backpulver) reinigt, desodoriert, enthärtet Wasser und ist ein gutes Scheuermittel. In einem Mehlstreuer aufbewahren, um es trocken zu halten.
  • Weißer Essig ist fettlösend, desodorierend und ein mildes Desinfektionsmittel. Mischen Sie ihn zur Hälfte mit Wasser und bewahren Sie ihn in einer beschrifteten Sprühflasche auf.
  • Reine Seife ist ein Allzweckreiniger, der vollständig biologisch abbaubar ist.
  • Borax ist ein natürlich vorkommendes Mineralsalz. Es reinigt, desodoriert, bleicht und desinfiziert. Borax wird auch zur Bekämpfung von Schädlingen wie Ameisen und Kakerlaken verwendet. Es sollte jedoch von Kindern, Haustieren und Lebensmitteln ferngehalten werden.
  • Waschsoda wirkt fettlösend und entfernt Flecken.
  • Zitronensaft ist ein mildes Bleichmittel, ein Deodorant und ein Reinigungsmittel.
  • Allzweckreiniger: Warmes Wasser gemischt mit reiner Seife oder weißem Essig ist ein billiges und einfaches Allzweckreinigungsmittel für das ganze Haus.
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